Montag, 9. Dezember 2013

Scherben

Ich stehe hier wie in einem Trauma.
Zwischen Welten.
Träumen.
Zwischen Parteien von Menschen die mir zu schreien.
Leute die dies behaupten, Leute die das behaupten.
Ich möchte sie nicht mehr hören.
Die Stimmen blende ich aus und ich sehe mir diesen Platz an.
Vor mir liegen hunderte von Scherben, so groß, dass ich mich damit verletzen könnte.
Ich sehe mich um und du bist nicht hier.
Auf einigen Scherben bin ich zu sehen, auf anderen du, auf anderen was war, auf anderen was hätte sein können.
Ich setze mich hin.
Diese endlose Leere macht sich breit.
Wie stark bin ich wirklich?
Alles klappt.
Doch ich bin leer.
Leer ohne dir.
Wieso bin ich leer ohne dir?
Ich war noch nie leer ohne jemanden.
Was macht dich so besonders?
Plötzlich fallen mir tausend Gründe ein.
Mein Herz tut weh.
Die Scherben machen sich bemerkbar.
Ich möchte sie zusammensetzen, doch alleine sind sie so schwer.
Der Winter ist schwer.
Die Zeit ohne dir ist schwer.
Ich frage mich ob du innerlich überhaupt noch mit dir zu kämpfen hast.
Ich frage mich ob du glücklich bist.
Ich nehme eine Scherbe und drücke sie fest auf eine andere.
Es hält nicht.
Warum hält es nicht?
Verzweiflung macht sich breit.
Ich drücke fester.
Meine Hände bluten.
Ich schreie.
Ich keuche.
Ich kämpfe.
Ich werfe die Scherben von mir und grabe meine Finger in meine Brust.
Das kann nicht wahr sein.
Es kann nicht wahr sein dass ich soviel für dich empfinde.
Es kann nicht wahr sein dass du mich belogen hast.
Es kann nicht wahr sein dass du so bist wie du scheinst.
Ich muss daran glauben dass du nicht so bist, um nicht mein Vertrauen in die Menschen zu verlieren.
Ich starre die hundert Scherben vor mir an.
Sie sind alle schwer und scharf.
Sie sind alle Teile von mir, die ich niemanden zeige.
Ich lächle immer.
Ich grinse immer.
Ich versuche stark zu sein ohne dir.
Aber diese Scherben kann ich ohne dir nicht zusammen setzen.
Wo bist du wenn ich dich brauche?
Ich war für dich da.
Du warst für mich da.
Ich war für dich da.
Du warst für mich da.
Ich war für dich da.
Aber nun bist du wieder dran.
Oder du wärst dran.
Wo bist du?
Die Leere macht sich wieder breit in mir.
Ich atme tief durch, alles verstummt.
Ich bin wieder bei mir, stehe auf, sehe nach vorne.
Meine Füße tragen mich durch diese Leere voller Scherben.
Der Weg scheint kein Ende zu haben, aber ich muss stark sein, glauben, nach vorne sehen.
Du musst deine Erfahrungen machen, so wie ich meine.
Du wirst am Ende für mich da sein und diese Scherben mit mir zusammen setzen, so wie ich mit dir versucht habe deine zusammen zusetzen.
Diesmal wirst du mich an der Hand nehmen und unter dem Sternenhimmel mit mir tanzen.

Ich bin mir sicher.

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